Der größte Kauknochen der Welt

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Zum Nikolaus habe ich von Oma Hilde und Opa Habbo einen Kauknochen geschenkt bekommen. Aber was für einen! Das ist der größte Kauknochen, den ich je gesehen habe! Etwas unhandlich ist er ja, man passt kaum durch die Tür, wenn man ihn in der Schnauze mit sich herumträgt. Ständig stößt man gegen Möbel, Frauchens Beine und so. Aber das macht nichts. Der Knochen ist super!

Ich nehme ihn überall mit hin. Auch unterwegs habe ich ihn natürlich dabei. Und alle, die wir treffen, staunen über meinen tollen Kauknochen!

Eiko, der Postbote, ist sogar der Meinung, der Knochen überrage meine Körperlänge. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen, jedenfalls ist der Knochen wirklich laaang. Leider kann ich mit Eiko nicht wie gewohnt Ball spielen, denn mit dem Riesenknochen in meiner Schnauze ist nur Schrittgeschwindigkeit möglich, an einen rasanten Galopp braucht man noch nicht einmal zu denken.

Der Buurmester war sogar richtig neidisch, als wir ihn heute Morgen vor dem Metzgerladen getroffen haben. „Oh, was hat Tomke denn da Schönes?“, fragte er. Antworten konnte ich ja nicht, weil ich den Knochen zwischen den Zähnen hatte. Der Knochen hat ihn so sehr beeindruckt, dass er ganz vergessen hat, mir ein Leckerli zu geben. Das vergisst er sonst nie! Aber Leckerli nehmen und gleichzeitig den Kauknochen – nee, das wäre sowieso schwierig geworden. Ich habe mich schnell weggedreht, obwohl ich den Buurmester mag, aber wie er meinen Knochen angesehen hat, das war mir nicht geheuer. Er wollte den bestimmt gern haben!

Ob Menschen überhaupt an Kauknochen nagen? Also, mein Frauchen macht es nicht, aber sie ist ja auch nicht typisch Mensch, sondern typisch Frauchen.

Bei unserem großen Spaziergang mit Anne, Kalle und Meta musste ich extrem aufpassen. Meta und Kalle hatten es sich nämlich in den Kopf gesetzt, mir den Knochen abzuluchsen! Zu zweit zerrten sie daran herum. Aber was ein Boköpu festhält, das hält er fest! Ich sag’s euch, Freunde: Die beiden hatten nicht den Hauch einer Chance!

Inzwischen ist der Kauknochen im Mittelbereich und an beiden Enden schon schön weichgekaut. Lecker! Bis ich ihn vollständig verarbeitet habe, wird es aber noch dauern. Bestimmt monatelang! Deshalb suche ich jetzt erst einmal nach einem geeigneten Versteck. Den halben Tag laufe ich schon im Haus und im Garten damit herum, aber der Knochen ist so sperrig, dass er sich nirgends unterbringen lässt. Außerdem ist es schwierig, einen unbeobachteten Moment abzupassen. Denn weil ich mit dem Knochen immer irgendwo anstoße, wird Frauchen sofort aufmerksam und guckt.

Das ist wirklich ein Problem. Ich habe den Knochen jetzt übergangsweise in mein Körbchen gelegt. Dort sieht man ihn zwar sofort, aber ich selbst habe ihn ja auch im Blick. Der Nachteil ist, dass für mich nun kaum noch Platz darin ist. Na ja, mir wird schon noch etwas anderes einfallen.

Was habt ihr eigentlich vom Nikolaus geschenkt bekommen?

Bis bald, ihr Lieben!

Eure Tomke