Mit Tratschsuse Wiemers auf Tour!

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Frauchen humpelt immer noch! An gemeinsame Spaziergänge ist daher leider weiterhin nicht zu denken. Ich habe aber trotzdem viel Abwechslung und „komme zu meinem Recht“, wie Frauchen gern sagt. Denn alle kümmern sich um mich! Mattes, Rike, Anne und der Buurmester – sie alle gehen mit mir spazieren. Sogar die Wiemers ist schon zweimal mit mir Gassi gewesen. Dabei mag sie doch gar keine Hunde und mich schon gar nicht! Aber da Frauchen wegen ihrer Katze ausgerutscht ist (ich war ja auch mit Schuld, lest euch einfach noch mal meinen letzten Eintrag durch), fühlte sie sich wohl dazu verpflichtet, auch mal Nachbarschaftshilfe zu leisten.

Die Spaziergänge mit ihr sind aber kein Highlight, das kann ich euch sagen! Ich musste die ganze Zeit an der Leine bleiben und wir sind auch nur durch die Dorfstraßen gegangen. Nicht zum Wald oder auf die Wiese – nein! Nur im Dorfzentrum waren wir unterwegs. Dort ist aber auch interessant, schon allein wegen der Metzgerei.

Was mir am wenigsten gefallen hat: Wenn ich mal einen Baum, eine Tür oder eine Hecke beschnüffeln wollte, hat mich die Wiemers sofort weitergezogen. Noch nicht einmal pinkeln durfte ich! Ausführlichere „Geschäfte“ kamen natürlich erst recht nicht in Frage. Aber sobald wir einem Dorfbewohner begegneten, blieb sie jedes Mal endlos lange stehen und konnte sich gar nicht wieder losreißen. Weil sie jedem haarklein erzählen musste, wie das mit Frauchens Fuß passiert ist. Bei Frau Kramer, das ist die Inhaberin des Tante-Emma-Ladens, dauerte es besonders lange. Ich glaube, Frau Kramer ist die Einzige, die sich für das Getratsche der Wiemers interessiert. Immerhin hatte ich da mal die kurze Gelegenheit, heimlich ein kleines Pfützchen zu machen.

Mit Anne und ihrem verrückten Hund Kalle machen die Spaziergänge am meisten Spaß! Frauchen hat ihr zwar unsere Koppelleine mitgegeben, aber die hat Anne nicht benutzt. Wir durften frei herumlaufen, auch im Dorf! Ich bin natürlich gleich zur Metzgerei gesprintet – Kalle hinterher. Dort wurden wir an der Hintertür von der netten Mitarbeiterin begrüßt: „Na, Tomke, hast du deinen Kumpel mitgebracht?“ Und dann gab es für uns beide köstliche Leberwurst. Kalle war begeistert und Anne, die uns inzwischen eingeholt hatte, staunte: „Na, dass nenne ich Kundenbindung – oder vielmehr: Hundebindung!“

Nicht ideal war allerdings, dass Anne die Sache mit der Metzgerei so lustig fand, dass sie später meinem Frauchen davon erzählte. Anne konnte ja nicht wissen, dass Frauchen etwas dagegen hat, wenn mir jemand ohne ihr Wissen etwas Leckeres zusteckt. Frauchen war empört: „Das mag ja nett gemeint sein, aber ich möchte nicht, dass Tomke von fremden Leuten gefüttert wird. Allein schon aus pädagogischen Gründen. Außerdem verträgt sie gewürzte Wurstwaren nicht“, empörte sich Frauchen.

Aus „pädagogischen Gründen“? Keine Ahnung, was Frauchen damit meint. Ich hoffe nur, dass sie das schnell wieder vergisst, damit ich weiterhin meine Leckerlis von der netten Metzgerei-Mitarbeiterin bekomme.

„Pädagogische“ Grüße von

eurer Tomke 🙂

Blog 11.03.