Stürmische Zeiten

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Bin ich froh, dass „Christian“ wieder weg ist. Dieser grässliche Sturm hat in unserem Dorf nämlich enorm gewütet. Mattes, der zugleich Frauchens Mann und mein Herrchen ist, hatte deshalb frei. Das Schiff, auf dem er arbeitet, fährt nicht, wenn so schlimmer Sturm ist.

Und ich durfte auch nicht raus, nicht mal zum Pinkeln! Stattdessen zeigte Frauchen immer wieder auf eine blaue Plastikwanne, die sie in die Diele gestellt hatte. Ich wusste erst gar nicht, was das sollte. Sie hat mich sogar hineingehoben! Ich bin sofort wieder rausgesprungen, weil ich dachte, sie will mich baden. Es war aber kein Wasser drin, nur Sand. Und dann begriff ich, was los ist: Frauchen wollte allen Ernstes, dass ich in die Wanne mache! Das ging nun wirklich zu weit. Und selbst wenn ich gewollt hätte: Das hätte ich gar nicht gekonnt. Ich bin doch keine Katze! Das Problem war nur: Ich musste. Und zwar extrem dringend!

Jaulend und hechelnd belagerte ich die Haustür. Irgendwann durfte ich dann doch in den Garten. Das wurde auch höchste Zeit! Mir flog gleich eine Ladung Laub gegen die Schnauze, denn es stürmte wie verrückt. Zweige, Blätter, Eicheln und Bucheckern wirbelten durch die Luft und überall lagen Äste. „Mach schnell“, rief Frauchen unnötigerweise, denn so fix wie an diesem Tag habe ich meine Geschäfte noch nie erledigt.

Was „Christian“ alles angerichtet hatte, kriegte ich erst am nächsten Tag mit. Vor dem Metzgerladen war eine Birke umgekippt, in Annes Mühlengarten war eine Holzkunst umgefallen und bei der Wiemers nebenan ist ein Gartentisch in den Koi-Teich gefallen.

War bei euch auch Sturm? Ich hoffe, euch ist nichts passiert?!

Eure Tomke

 

Sturmbild