Testbericht Martina Mannigel – Interaktiv-Spiel „Gambling Tower“

Keine Kommentare »

Schnell und reibungslos hat alles geklappt und wir hatten unser Testprodukt, den Gambling Tower, zu Hause. Unsere Neugierde war  groß und so haben wir (den erstaunlich kleinen) Karton auch schon am selben Abend ausgepackt. Der Karton enthält den Turm (in Einzelteilen) und eine Anleitung. Die Bodenplatte ist –obwohl auch nur aus Plastik- stabil und schwer. Darauf zu setzen ist die Turmröhre. Diese besteht aus zwei Teilen und war zur Hälfte montiert. Eine Aufbau-Anleitung gibt es nicht. Aber die restlichen Halterungen der Röhre zusammen zu stecken dürfte doch nicht schwer fallen. Dachte ich. WIE es zusammengesteckt werden soll, erkennt man auch schnell, nur braucht dies erheblichen Kraftaufwand. Dabei hatte ich das Gefühl, dass mir der Turm gleich in Einzelteilen auseinander springt. Tat er zum Glück nicht 🙂 Nächste Hürde beim Aufbau: Turm auf das Fußteil stecken. Auch hierbei musste ich so fest drücken, dass ich das Gefühl hatte, der Turm würde eher auseinander brechen, als das er endlich in den Halterungen einrastet. Tat er auch hier zum Glück nicht 🙂 Dann noch die drei Einschübe in die vorgesehenen Schlitze stecken und die drei Kegel in die Vertiefungen stellen.

Die beiliegende Anleitung enthält als „Allgemeine Hinweise“ Regeln und Tipps zum Spiel mit dem Hund. Dem Inhalt kann ich nicht nur zustimmen, ich halte ihn auch für unerfahrene Halter für sehr wichtig und äußerst hilfreich. Hierzu ein dicker Pluspunkt! Weniger Hilfreich ist dann leider die spezifische Anleitung zum Training mit dem Gambling Tower. Als gewissenhafter Produkttester habe ich die Methode genau wie beschrieben ausprobiert und siehe da: es hat nicht geklappt. Nachdem man seinem Hund gezeigt hat, wie man ein Leckerchen in den Turm packt und den Einschub herauszieht, würde dieser das sicher gleich nachmachen. Naja. Ausprobiert, fehlgeschlagen, Spiel anders aufgebaut. Was es für meinen Hund schwierig machte, ist die „Größe“ des Turms. Diesen halte ich für viel zu klein. Mein Hund ist ein Australian-Shepherd – Border-Colli – Mix und hat eine Rückenhöhe von etwa 54 cm. Er muss sich also „bücken“ um an sein Spiel zu gelangen. Der Effekt daraus ist, dass er die Schubladen nach oben gerichtet heraus zieht und diese sich dabei verkannten. Da mein Hund eher vorsichtig und skeptisch ist, lässt er in diesem Augenblick schon los. Also musste eine Erhöhung daher! Hier sei angemerkt, dass der Lieferkarton von der ALSA-Hundewelt perfekt passt 🙂 

Sobald ich meinen Hund dazu animiere etwas auszuprobieren und er erst einmal Erfolg hatte, wird das Spiel mit dem Turm sehr actionreich. Die Schubladen fliegen dabei schon mal durch die Gegend, Pfoten und Krallen werden eingesetzt oder es wird auch schon mal heftig mit der Schnauze gestupst. Bis jetzt hat das Material dem Ganzen noch gut standgehalten. Aber schon nach einer Woche regelmäßigen Spielens tauchen deutliche Gebrauchsspuren auf. Und dabei sei nochmals erwähnt, dass ich einen eher vorsichtigen Hund habe. Wie lange man an dem Turm und seinen Einzelteilen Spaß hat, hängt sicherlich davon ab, wie wild der Hund damit spielt. Für ein Hundespielzeug finde ich den Gambling Tower aber insgesamt etwas zu filigran. Ein Hundespielzeug sollte robuster sein.

Der nächste etwas fragwürdige Punkt betrifft die Hygiene des Turms. Alle herausziehbaren und hochnehmbaren Einzelteile haben glatte Oberflächen und lassen sich mit klarem Wasser leicht und schnell reinigen. An der Stelle, an der der Turm auf der Bodenplatte steckt, sammeln sich jedoch schnell die Krümelchen der Leckerlies. Die einzige Möglichkeit diese Stellen zu reinigen besteht darin den Turm von der Bodenplatte abzunehmen. Der sitzt aber so fest drauf, dass ich mich bis jetzt noch nicht getraut habe „Gewalt anzuwenden“. Zumindest die mir übertragene Testphase wollte ich es nicht darauf ankommen lassen, dass mir das Produkt kaputt geht.

Im Fazit hat uns der Turm eine Menge Spaß bereitet. Die Qualität ist zunächst einwandfrei, macht aber (bei eher heftigem Spiel) keinen sehr langlebigen Eindruck. In Sachen Montage und Hygiene gibt es einen kleinen Minuspunkt, dafür hat mich die zuverlässige Standfestigkeit (durch die schwere und rutschfeste Bodenplatte) positiv überrascht! Für mittelgroße und große Hunde finde ich persönlich den Turm zu klein; man kann ihn aber mit einer stabilen und geeigneten Erhöhung passend machen. (Und: was kleiner ist, lässt sich in den Zeiten des Nicht-Gebrauchs auch besser verstauen 🙂 )  Über Sinn oder Unsinn dieser Art der Hundebeschäftigung darf jeder selbst urteilen; wer aber mit seinem eher kleineren Hund einen Einstieg in die (Kunststoff-) Intelligenzspielzeuge sucht, ist mit dem Gambling Tower gut beraten, sollte sich aber nicht auf die beiliegende „Spielanleitung“ verlassen.

Viel Spaß beim selber Ausprobieren wünschen

Testerin Martina, Testhund Murphy

& Beobachterin Hermine

3 1 2