Wo steckt Frauchen?

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Frauchen ist auf einmal weg. Einfach so! Weg! Nicht an ihrem Schreibtisch. Nicht im Keller. Nicht im Bad. Nicht im Garten. Sondern richtig weg!

Nicht, dass ihr mich jetzt für eine Memme haltet, die gleich ausrastet, wenn sie mal allein bleiben muss. So bin ich nicht! Ich kann mich sehr gut allein mit etwas beschäftigen. Zum Beispiel mit Schlafen, mit Bloggen, mit meinem Kauspielzeug oder mit der Optimierung meiner versteckten Schätze. Wenn ihr es nicht weitersagt, gebe ich euch mal einen Tipp: Die besten Indoor-Verstecke sind immer dort, wo nicht so oft sauber gemacht wird. Zum Beispiel zwischen Sofa und Wand. Dort lagere ich gerne Reste. Hirschpansen und andere köstliche Nahrungsmittel. Immer wenn Frauchen und Mattes anfangen, sich über einen „merkwürdigen Geruch“ im Umfeld meiner Geheimverstecke zu wundern, besteht akuter Handlungsbedarf und ich muss sichere Ausweichquartiere für meine Reserven finden. Dafür muss ich unbeobachtete Momente nutzen, denn leider unterstützt Frauchen meine Vorratshaltung nicht, sondern schmeißt meine wertvollen Leckereien einfach in den Müll, wenn ich sie zu lange lagere. Tja, Menschen ticken manchmal ganz anders als Hunde.

Warum erzähle ich das alles eigentlich überhaupt? Ach ja! Weil ich euch erklären wollte, dass ich gut allein sein kann und die Zeit sinnvoll zu nutzen weiß. Aber nur, wenn ein ordnungsgemäßes Abschiedsritual stattgefunden hat! Frauchen sagt dann: „Du kannst nicht mit, Tomke. Schön warten, Frauchen kommt bald wieder.“ Dann gibt sie mir einen von meinen Lieblings-Hundekeksen und ich weiß, dass sie ohne mich weggeht und vor allem: dass sie später wiederkommt. So einfach ist das! Und deshalb ist das Abschiedsritual unverzichtbar. Heute hat Frauchen das offenbar vergessen. Für mich fühlt es sich an, als würden wir uns niemals wiedersehen.

Mir geht es schlecht, seelisch schlecht. Nachdem ich meine Vorräte mehrmals umgelagert hatte, ist mir langweilig geworden und dann habe ich meinen Hirschpansen, den ich für magere Zeiten aufbewahren wollte, vollständig vertilgt. Auch das Knabberohr, das ich unter Frauchens Nachttisch aufbewahrt und vergessen hatte, habe ich wiederentdeckt und komplett aufgekaut. Unter den Kissen in meinem Hundebett hatte ich noch eine Knusperstange. Die befindet sich jetzt ebenfalls in meinem Magen. Aber Frauchen ist immer noch weg. Ich vermisse sie!!!

Ich bin bestimmt schon drei oder vier Stunden allein – eine Ewigkeit. Ob Frauchen jemals zurückkehrt? Noch nicht einmal Mattes ist da.

Hört ihr das auch? Ohren gespitzt und aufgemerkt! Schlüsselklirren, das Geräusch kenne ich! Frauchen kommt! Juchuuuh! Endlich! Wartet mal eben, ich komme gleich wieder …

Yeah, Frauchen ist wieder da! Sie war in der Stadt und hat eingekauft. Ganz viele Geschenke für Weihnachten. Bestimmt ist auch für mich etwas dabei. Alles ist wieder gut. Ich bin happy!

Macht’s gut und bis bald, Freunde!

Eure Tomke